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Bericht

 

Hier ein Bericht von L. Retzbach aus dem Modellbauportal zum Torquemax LRK

Ergänzende Tipps und Hinweise

Ludwig Retzbach hat in den Ausgaben elektroModell 4/2000, 1/2001 und 2/2001 seinen Brushless-Motor ausführlich vorgestellt. Die Resonanz zeigt inzwischen, dass hier nicht nur aufmerksam gelesen wurde, sondern der drehmomentstarke, bürsten- und sensorlose Elektroflugmotor auch fleißig gebaut wird!
 
Einsatzbereiche

Der in elektroModell 4/00 vorgestellte „Urtyp" des LRK 320/12- (Gewicht ca. 120g), bewickelt mit 2 x 14 Windungen 0,63 mm CuL löste einen Speed 400 7,2 V mit Marx-Planetengetriebe 1 : 6 an der Spitze des fliegenden Teppichs (Modell 2/95) ab. Das Gewicht des LRK liegt nur 5 g über dem Ökotriebwerk, so dass der Austausch ohne Schwerpunktkorrektur erfolgen konnte. Anstelle der früheren Graupner –Mosquito-Klappluftschraube (ca. 14 Zoll Durchm.) wurde nun eine Aeronaut Carbon 11,5 x 7" montiert. Als Controller tut ein Jeti Jes 18-3P mit BEC Dienst. Beibehalten wurde der 10-zellige N-500AR-Akku (nicht behandelt, aus der Zeit der ersten Veröffentlichung des fliegenden Teppichs 1995).
Ergebnis der Transplantation: Während das ursprüngliche Teppichmodell eher zum genüsslichen „Wiesenschleichen" einlud, steigt der bürstenlos erstarkte Teppich nahezu senkrecht aus der Hand weg und lässt allerlei Unfug wie schnelle Rollen, Loopings und Rückenflug (besonders stabile Fluglage, die lediglich für die Landung weniger geeignet ist ) zu. Man muss nur auf die begrenzte Laufzeit mit dem betagten, bei Startströmen von nahezu 20 A doch recht hoch belasteten Antriebsakku achten. Der freiliegende Motor ist nach der Landung kaum handwarm!
Der vergrößerte LRK 355/24- aus elektroModell 1/2001 deckt den Leistungsbereich der Ultra-1600-Klasse ab, kommt aber im Vergleich dazu mit noch größeren Luftschrauben zurecht. Er wurde bereits in diversen Wicklungsvarianten erprobt. Hier einige Einsatzmöglichkeiten:

Einbau eines LRK 355/24-16 in eine Goldberg- Piper mit 2 m Spannweite. Der Motor ist bewickelt mit 16 Windungen 2 x 0,68 mm CuL, also ca. 2 x 100 cm Draht. Der Spulenwiderstand von ca. 50 mO bringt es auf eine spez. Drehzahl von ca. 490 U/min pro V (Masse ca. 230 g).
Der Antrieb ist ein Austausch gegen ein Getriebeaggregat, bestehend aus Webra 20 /10 und Kruse Synchro-Gear 800 2,4 : 1 mit einer Gesamtmasse von 405 g. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der ehedem eingebaute Akku (24 Zellen 1,7 Ah) getauscht gegen 18 Zellen 3,0 Ah (NMH-3000). Beibehalten wurde der ursprünglich verwendete Propeller APC 13 x 6", mit dem der o.g. LRK und einen Controller actronic 40-18 im Stand etwa 26 A konsumiert. Die Motoraufhängung erfolgte über vier schräge 7/6 mm –Alurohre, in deren Hohlraum ein 6 mm-Buchendübel eingeharzt werden sollten.
Ergebnis der Verjüngungskur: Die ca. 10 Jahre alte Piper ist kaum wiederzuerkennen!! Die "High-Tech-Version" wiegt nun nur noch 3 200 statt ursprünglich 3 700 Gramm (ein Pfund leichter). Die Startstrecke der Piper hat sich nicht verändert, der Steigflug ist nur unwesentlich flacher, dafür vorbildähnlicher. Das alte Triebwerk konsumierte ca. 35 A. Die Laufzeit hat sich aber verlängert, und Starts bzw. Landungen fallen wegen der Gewichtsabnahme deutlich entspannter aus.
Auch die „große" Bristol M1C (Spw. 224 cm) wurde ihres Getriebemotors (IKARUS X-500-5 plus Spezial-Zahnriemenantrieb 4,1 : 1) beraubt und mit einem LRK 355/24-19 (bewickelt mit 19 Windungen 2 x 0,63 mm CuL, ca. 2 x 118 cm Draht) ausgerüstet. Bei einem Spulenwiderstand von ca. 68 mOhm bringt er es auf eine spez. Drehzahl von ca. 420 U/min pro V (Masse ca. 235 g, da wirklich vollgewickelt).
Torquemax LRK, Seite 2
Der Motor dreht mit 18 Zellen eine Aeronat CamCarbon 18 (!) x 11", nimmt dabei allerdings ca. 45 A (etwa 900 W) „zur Brust". Das ist auch für einen gut im Luftstrom liegenden Motor dieser Größe etwas viel des Guten. Besser ist daher eine 16 x 10", mit vergrößertem Mittelstück (etwa 17 x 12"). Ursprünglich war eine Kavan 20 x 10"–Holzluftschraube montiert. Auch hier diente vorher ein 24 –Zellen-Akku mit 1,7 Ah.
Auch eine dritte Windungsvariante, der LRK 355/24-14 (bewickelt mit 19 Windungen 2 x 0,71 mm CuL, ca. 2 x 87 cm Draht). Sein Spulenwiderstand beträgt ca. 40 mOhm, und er bringt es auf eine spez. Drehzahl von ca. 570 U/min pro V. Mit einem Controller Future 45ko bringt der Motor mit einer Cam-Carbon 13 x 11" bei 16 gepushten RC-2400 (17 V x 40 A = 680 W_input) ca. 7400 U/min, was einen Wirkungsgrad von 76% entspricht. Der maximale Wirkungsgrad liegt bei 25 bis 30 A natürlich höher.
Die in elektroModell 2/01 vorgestellte Einbauvariante des LRK erhöht die Einsatzmöglichkeiten des Motors beträchtlich, da er nun auch auf ganz "normale" Weise - also hinter dem Kopfspant- eingebaut werden kann. Erprobt wurde der Prototyp in einem Sportmodell mit 152 cm Spannweite (Uralt-Sport-20 von Multiplex) mit modifizierter, verkleinerter Fläche. Der mit 150 g noch relativ schwere Motor (keine Erleichterungsbohrungen, Statordurchmesser 32 mm, Eisenlänge 16 mm, 16 Wdg. 2 x 0,63 mm, Magnete ungekürzt, d.h. vorne überstehend 20 x 5,5 x 2 mm) bringt es auf eine spez. Drehzahl von ca. 1080 U/min pro V und einen max. Wirkungsgrad von 78% bei ca. 25 A (Controller actronic 40-18). Wie aus dem eta-Diagramm hervorgeht, hat die Wirkungsgradkurve zudem einen sehr flachen Verlauf.
Das Test-Modell wiegt (mit 12 Zellen 2,4 Ah) 2,2 kg und wird von einer APC 9 x 7" mit anfangs ca. 13 000 U/min angetrieben (Controller Jeti Jes-40). Das sehr akrobatische Flugzeug hat eine phantastische Flugdauer von 10 min.

In allen Fällen zeigt sich, dass sich der Gewichtsvorteil des Motors leicht in Flugleistung umsetzen lässt, und zwar nicht nur dann, wenn man die Gewichtsdifferenz zu herkömmlichen Motoren mit mehr Akkus "auffüllt".

Es entstanden viele zusätzliche Varianten mehrheitlich kleiner Motoren, geeignet zum Einsatz bei Park-und Slowflyern. Aufschluss geben die Net-Seiten von Detlev Koch und F. Schwaab.


Wer noch mehr über den Selbstbau-Brushless von Ludwig Retzbach erfahren möchte, sollte unbedingt noch bei den Tipps zum LRK vorbeischauen!!

Link zur Originalseite

 

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Stand: 27. Oktober 2002
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